Das Zentrum der deutschen Spielzeugproduktion lag über Jahrzehnte in und um Nürnberg, Fürth und Göppingen. Dort entstanden die großen Blech- und Eisenbahn-Manufakturen, deren Erzeugnisse heute international gesammelt werden. Daneben spielten Brandenburg, Sachsen und einzelne Standorte in Frankreich und den USA eine wichtige Rolle. Die folgenden Hersteller sind in der Datenbank mit eigenen Seiten vertreten - jeweils mit Geschichte, Markenzeichen und, soweit belegt, originalen Artikel-Nummern.
Übersicht
Hersteller von antikem Spielzeug
Antikes Spielzeug lässt sich am sichersten über seinen Hersteller bestimmen. Diese Seite führt zu den dokumentierten Manufakturen der Datenbank und ordnet jede Marke nach Herkunft, Produktionszeit und typischen Erzeugnissen ein.
Dokumentierte Hersteller
Sechs Manufakturen mit eigener Seite in der Datenbank.
Märklin
Göppingen, seit 1859 - Eisenbahnen und Blechspielzeug.
Bing
Nürnberg - zeitweise weltgrößter Spielzeughersteller.
Lehmann
Brandenburg - mechanisches Blechspielzeug mit Uhrwerk.
Johann Höfler
Fürth - Penny Toys und kleine Blechfiguren.
Hans Eberl
Nürnberg - Blechspielzeug und Figuren mit Federwerk.
Stock (Walter Stock)
Solingen - Blechspielzeug, Autos und Schienenfahrzeuge.
Weitere bekannte Hersteller
Neben den oben verlinkten Manufakturen prägten zahlreiche weitere Namen die Geschichte des Spielzeugs. Im Blechbereich sind Carette, Distler, Günthermann sowie Tipp & Co eng mit dem Nürnberger Produktionsraum verbunden. Schuco wurde für seine Mechanik-Konstruktionen und Spielzeug-Automobile bekannt, während Steiff vor allem für Teddybären und Plüschtiere steht.
Ebenfalls von Bedeutung sind Bub, Doll, Plank und Schönner, die Dampfmaschinen, Eisenbahnen und Blechspielzeug fertigten. In den USA zählte Ives zu den frühen Eisenbahn-Herstellern. Carl Max ergänzt die lange Reihe der Marken, die in der einschlägigen Sammler-Literatur dokumentiert sind. Diese Namen erscheinen hier als Orientierung; nähere Angaben zu einzelnen Stücken finden sich auf den jeweiligen Kategorie-Seiten der Datenbank.
Wie die Zuordnung funktioniert
Viele Stücke tragen geprägte oder lithographierte Markenzeichen, Initialen oder Logos. Wo solche Marken fehlen, helfen Konstruktionsdetails, Lithographie-Stil und Schutzvermerke bei der Einordnung. Die Bedeutung der häufigsten Schutzmarken erklärt der DRGM/DRP-Leitfaden. Wer ein Stück einer Gattung statt einer Marke zuordnen möchte, findet den Einstieg über die Kategorien oder über die Suche.
Das Nürnberger Spielzeugland
Die Region um Nürnberg und Fürth galt über Jahrzehnte als wichtigstes Zentrum der Spielwarenherstellung in Europa. Hier saßen große Häuser wie Bing und Carette ebenso wie zahlreiche kleinere Werkstätten, die für sie zulieferten oder eigene Penny Toys fertigten. Die Nähe von Materiallieferanten, Lithographie-Anstalten und einem dichten Netz aus Heimarbeit machte den Standort außergewöhnlich produktiv. Auf Messen wurden die Neuheiten jedes Jahr dem Handel vorgestellt; viele der heute bekannten Artikel-Nummern stammen aus diesen Katalogen. Göppingen wiederum ist untrennbar mit Märklin verbunden, das von dort aus den Markt für Spielzeug-Eisenbahnen und Metallbaukästen prägte.
Außerhalb dieses Kernraums entstanden ebenfalls bedeutende Erzeugnisse. Lehmann in Brandenburg an der Havel wurde für seine einfallsreichen, kostengünstigen Blechfiguren mit Uhrwerk international bekannt und exportierte in großem Umfang. In Frankreich konzentrierten sich die Hersteller mechanischer Automaten, während in den USA Marken wie Ives den Markt für Eisenbahnen und Gusseisen-Spielzeug bestimmten.
Markenzeichen richtig lesen
Markenzeichen wechselten im Lauf der Jahrzehnte. Ein Hersteller konnte sein Logo überarbeiten, Initialen durch einen vollen Schriftzug ersetzen oder zusätzliche Schutzvermerke aufnehmen. Diese Veränderungen sind für die Datierung wertvoll: Wer die Abfolge der Marken einer Manufaktur kennt, kann ein Stück oft auf ein Jahrzehnt genau einordnen. Die Datenbank hält bei jedem dokumentierten Objekt fest, welche Marken und Vermerke sichtbar sind, und verweist auf die zugehörige Hersteller-Seite. So lassen sich Stücke desselben Hauses leicht miteinander vergleichen.
Wo ein eindeutiges Markenzeichen fehlt, ist Vorsicht geboten. Viele kleinere Werkstätten arbeiteten anonym oder belieferten größere Häuser, sodass dasselbe Stück unter verschiedenen Marken auftauchen kann. In solchen Fällen nennt die Beschreibung die wahrscheinliche Zuordnung und benennt zugleich die Unsicherheit.
