Wer Stücke wie die aus der Blechspielzeug-Sammlung dieser Datenbank im Original besitzt, sollte deshalb vor jeder Reinigung wissen, was er tut. Die folgenden Regeln stammen aus der Praxis von Restauratoren und langjährigen Sammlern.
Reinigen: So wenig wie möglich
Staub entfernen Sie trocken, mit einem weichen Haarpinsel oder einem Blasebalg. Fingerabdrücke und leichten Schmutz nehmen Sie mit einem Wattestäbchen ab, das Sie minimal mit destilliertem Wasser befeuchtet haben, und arbeiten dabei immer nur an einer kleinen Stelle. Niemals Spülmittel, Glasreiniger, Alkohol oder gar Scheuermilch. Bei wertvollen Stücken lohnt der Gang zum Fachmann, der Verband der Restauratoren führt ein Verzeichnis nach Fachrichtungen, darunter auch Metall und Spielzeug.
Rost stoppen, nicht wegschleifen
- Flugrost: Hauchdünne braune Punkte lassen sich mit einem Holzstäbchen oder einem Radiergummi vorsichtig abnehmen, ohne den umliegenden Lack zu berühren.
- Tiefer Rost: Nicht schleifen. Jede Schleifbewegung nimmt Lithografie mit. Stattdessen die Stelle trocken halten und mit einem Tropfen säurefreiem Öl versiegeln, damit der Prozess stoppt.
- Kanten und Falze sind die anfälligsten Stellen, weil dort das Blech blank liegt. Hier hilft ein Hauch mikrokristallines Wachs.
- Innenseiten: Bei Autos und Uhrwerkspielzeug regelmäßig durch die Öffnungen prüfen, denn dort rostet es unbemerkt.
Lack und Lithografie schützen
Die Farbe auf altem Blech wurde im Offset-Verfahren aufgedruckt und anschließend eingebrannt. Sie ist hart, aber spröde, und sie blättert an Stellen ab, an denen das Blech gebogen wurde. Was einmal fehlt, lässt sich nicht ersetzen, und jede Retusche mindert den Sammlerwert. Schützen Sie die Oberfläche mit einer sehr dünnen Schicht mikrokristallinem Wachs, das Sie mit einem weichen Tuch auftragen und nach dem Antrocknen auspolieren. Kein Autowachs, keine Möbelpolitur, keine Sprays. Das Spielzeugmuseum Nürnberg arbeitet mit genau dieser Methode und zeigt in seinen Ausstellungen, wie gut sich Stücke damit über Jahrzehnte halten.
Lagerung: Trocken, gleichmäßig, dunkel
Der größte Feind ist Feuchtigkeit, der zweitgrößte sind Temperaturschwankungen. Ideal sind 45 bis 55 Prozent relative Luftfeuchtigkeit und eine gleichbleibende Zimmertemperatur. Keller und Dachboden fallen damit aus. Vitrinen sollten nicht in der Sonne stehen, weil UV-Licht die Farben ausbleicht, vor allem Rot und Gelb. Legen Sie die Stücke nicht direkt aufeinander und nicht auf Schaumstoff, der über Jahre klebrig wird, sondern auf säurefreies Seidenpapier. Uhrwerke lagern Sie entspannt, also mit abgelaufener Feder.
Uhrwerke: Ölen ja, Reparieren nein
Viele Blechspielzeuge haben ein Federwerk, und das braucht alle paar Jahre einen Tropfen dünnflüssiges Uhrenöl an den Lagerstellen, nicht mehr. Wer das Werk selbst zerlegt, um es zu reparieren, riskiert gebrochene Federn und verlorene Kleinteile, die es nirgends nachzukaufen gibt. Ein Werk, das nicht mehr läuft, ist für den Sammlerwert weniger schlimm als ein Werk, das laienhaft repariert wurde. Im Zweifel bleibt es stehen, und Sie dokumentieren den Zustand für den nächsten Besitzer.
Fazit: Pflege heißt vor allem Unterlassen
Blechspielzeug braucht keine Wartung, sondern Ruhe. Trocken abstauben, Rost beobachten und versiegeln, einmal im Jahr hauchdünn wachsen und ansonsten in Ruhe lassen. Wer diese Regeln befolgt, übergibt seine Sammlung in demselben Zustand an die nächste Generation, in dem er sie bekommen hat. Und das ist bei Stücken, die es nur noch in Hunderten oder Dutzenden gibt, die einzige Aufgabe, die zählt.
